KUH-LES MITEINANDER

Der richtige Umgang mit Kühen am Berg

Im Almsommer gehört eines genauso zum Wandern wie das Bier zum Oktoberfest: weidende Kühe. Doch es häufen sich immer mehr Zwischenfälle. Das ist sicherlich auch der Tatsache geschuldet, dass immer mehr Menschen ihre Freizeit am Berg verbringen und im richtigen Umgang mit diesen scheinbar gemütlich und stets freundlich anmutenden Tieren unsicher sind.

Die verschiedenen Arten von Kuhherden

Rindherde ist nicht gleich Rindherde. Wir unterscheiden:

Herde bestehend aus Mutterkühen und ihren Kälbern: Diese Herde ist für Wanderer am „gefährlichsten“. Die Jungtiere sind neugierig – die Gefahr liegt bei den Müttern, welche über einen ausgeprägten Schutzinstinkt verfügen und ihre Kälber stets verteidigen.

Jungtier-Herde: Jungtiere sind wie schon geschrieben neugierig und zudem sehr bewegungsfreudig. Dabei aber oftmals übermütig und so kann es schnell zu einem unkontrollierten Zusammentreffen mit Wanderern kommen.

Kuh-Herde: Die reine Kuhherde besteht aus Kühen, welche regelmäßig gemolken werden, somit auch den Kontakt mit Menschen gewohnt sind und sich dabei meist ruhig verhalten.

Tipps für ein friedliches Zusammentreffen

Vorneweg: Kühe SIND nette, friedlebende Tiere. Zeigen Sie Aggressivität und Angriffsverhalten, fühlen sie sich bedroht und das Verhalten dient der Verteidigung. Wanderer sollten sich also so verhalten, dass sie keine Bedrohung für Kühe darstellen. Hier ein paar Tipps:

Abstand halten: Am Besten man hält immer einen gewissen Sicherheitsabstand zu weidenden Kühen. Das gilt vor allem, wenn Jungtiere auf der Weide sind. Denn eine Mama-Kuh zögert nicht lange, ihre Jungtiere zu beschützen und zu verteidigen. Und in diesem Fall ziehen wir Wanderer IMMER den Kürzeren!

Respektvolles Verhalten: Eingezäunte Weideflächen sollten nicht betreten werden. Im Ernstfall verteidigen Kühe ihr Revier.

Ruhe bewahren: Kühe betrachten uns oft schon von Weitem. Doch das ist meist wirklich nur Neugierde. Wusstet ihr, dass Kühe auch ein eingeschränktes Blickfeld haben? Also am Besten machen wir uns sogar frühzeitig bemerkbar, dass wir Kühe beim Vorbeiwandern nicht schrecken. Und dann: einfach ruhig vorbeigehen!

Streicheln auf eigene Gefahr: Einmal den Kopf kraulen oder über den Rücken streicheln – sehr reizvoll. Doch darauf sollte man lieber verzichten. Genauso wie bei anderen Tieren mag das nicht jede Kuh.

Warnsignale

Wird es der Kuh zu viel und sieht sie sich bedroht, so macht sie das mit verschiedensten Warnsignalen und Drohgebärden deutlich:

Signal 1 – Starren: Nehmen Kühe etwas als Bedrohung wahr, so fixieren sie die Gefahrenquelle und lassen diese nicht mehr aus den Augen.

Signal 2 – Stirndarbietung: Ernst wird es wirklich, wenn die Kuh ihren Kopf senkt und uns die Stirn zeigt.

Signal 3 – Nähe: Geht oder läuft die Kuh jetzt auch noch auf uns zu, so sollten wir uns schnellstmöglich verabschieden und das Weite suchen.

A-KUH-rater Rückzug

Sind die Warnsignale gegeben und ich werde tatsächlich von einer Kuh als Bedrohung wahrgenommen bzw. auch wenn ich mich nur bedroht fühle, so bitte nicht dem ersten Instinkt folgen und weglaufen. Das wäre genau das Falsche. Auch hier gilt es Ruhe zu bewahren und langsam (!) Abstand gewinnen. Ganz wichtig: Der Kuh in dieser Situation niemals den Rücken kehren.

Letzte Hilfe

Sollte es trotz aller Maßnahmen zum ernsten Zwischenfall kommen, dann heißt es sich mit Schreien und Stöcken zu verteidigen. Durch selbstsicheres Auftreten, lautes Gebrüll und sichtbares Fuchteln mit den Wanderstöcken können Kühe eingeschüchtert werden.

Die Kuh und der Hund

Besondere Verhaltensweisen bedingt ein Aufeinandertreffen, wenn ich als Wanderer einen Hund dabei habe. Oftmals sind Hunde der Auslöser bei Übergriffen von Kühen auf Wanderer. Also, begegnen wir mit unseren Hunden Kühe, so sollten sie spätestens jetzt an die Leine genommen werden. Doch kommt es zum KUH-Dilemma und ein Angriff droht, so bitte den Hund unbedingt von der Leine nehmen! Unsere kleinen Freunde laufen im Ernstfall der Kuh problemlos davon!

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